
Fünfstreifen-Baumsteiger
Klein, flink und fein gestreift – der Adelphobates quinquevittatus ist ein Zwerg aus dem oberen Rio-Madeira-Gebiet. Kein Frosch für die erste Terrarienstunde, aber ein echtes Kleinod für alle, die schon ein paar Jahre am Glas verbracht haben.
| Merkmal | Wert |
|---|---|
| Wissenschaftlicher Name | Adelphobates quinquevittatus |
| Trivialname | Fünfstreifen-Baumsteiger |
| Herkunft | Brasilien (oberes Rio-Madeira-Gebiet: Rondônia, angrenzendes Amazonas) |
| Körpergröße | ca. 16–20 mm (Männchen 16–17,5 mm, Weibchen 18–20 mm) |
| Schwierigkeitsgrad | Fortgeschritten |
| IUCN-Status | LC – Nicht gefährdet |
Der Name sagt es schon: quinque – fünf, vittatus – gestreift. Über den schwarzen Rücken ziehen sich helle Längsstreifen, meist bronze- bis grüngelb schimmernd. Die Beine sind blau bis türkis marmoriert – ein feines Netzmuster auf dunklem Grund. Ein winziger Frosch mit erstaunlich viel Zeichnung auf wenig Fläche.
Warnfarbe: Das kontrastreiche Muster ist ein klassisches Warnsignal (Aposematik) – in der Natur hält es Fressfeinde auf Abstand. Nachzuchttiere im Terrarium sind ungiftig.
A. quinquevittatus lebt im feuchten Tieflandregenwald Südamazoniens, im Einzugsgebiet des oberen Rio Madeira. Ein tagaktiver Bodenbewohner, der die Laubstreu selten verlässt. Man findet ihn dort, wo Feuchtigkeit und Deckung zusammenkommen – zwischen Falllaub, Wurzeln und abgefallenen Fruchtkapseln.
Kurios: Bis etwa 1990 wurde die Art heillos mit Ranitomeya ventrimaculata verwechselt – viele ältere Berichte und Fotos unter dem Namen „quinquevittatus" zeigen in Wahrheit andere Frösche.
Für ein Pärchen: 45 × 45 × 45 cm (B × T × H). Für eine kleine Gruppe eher 60 × 45 cm Grundfläche. Ein kleiner Frosch braucht kein Riesenbecken – aber viel Struktur.
Zweimal täglich beregnen, Luftfeuchtigkeit dauerhaft hoch halten. Ein dicht bepflanztes Becken puffert Schwankungen besser ab – bei so einem Winzling zählt jedes Grad und jedes Prozent.
A. quinquevittatus frisst nur kleinste Lebendinsekten – bei seiner Größe muss das Futter entsprechend winzig sein:
Vitaminisierung: Alle 2–3 Fütterungen mit Calcium und Vitamin D3 bestäuben. Ohne Vitaminierung drohen langfristig Mangelerscheinungen – bei den kleinen Arten geht das schnell.
A. quinquevittatus lässt sich in Pärchen oder kleinen Gruppen halten. Die Tiere gelten als eher ruhig und verträglich, ernste Auseinandersetzungen sind selten. Trotzdem: genug Sichtschutz und Rückzugsorte einplanen.
Hinweis: Nicht mit anderen Arten vergesellschaften. Kleine Dendrobaten reagieren empfindlich auf Konkurrenz und Stress.
Männchen locken mit einem leisen, summenden Ruf. Die Eier werden versteckt in der Laubstreu abgelegt – im Terrarium gern in Kokoshöhlen, Filmdöschen oder auf Petrischalen unter Blättern.
Der Adelphobates quinquevittatus ist ein Frosch für Kenner: klein, scheu, fein gezeichnet und mit Ansprüchen, die etwas Erfahrung verlangen. Wer die Bedingungen sauber hält und beim Futter aufpasst, wird mit einem der hübschesten Zwerge Amazoniens belohnt – dezent im Auftritt, aber ein echter Blickfang im gut eingerichteten Becken.