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Oophaga pumilio
Art-Steckbrief

Oophaga pumilio

Erdbeerfröschchen "Escudo"

Experte IUCN: CR – Vom Aussterben bedroht
Verbreitung
Isla Escudo, Panama
Körpergröße
Ø 22 mm
Temperatur
22–26 °C
Luftfeuchtigkeit
80–100 %

Extrem seltene Morphe vom Isla Escudo. Vom Aussterben bedroht durch Habitatverlust. Leuchtend orange Färbung.

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Oophaga pumilio „Escudo"

Die „Escudo"-Morphe des Oophaga pumilio ist eine der seltensten und faszinierendsten Dendrobaten überhaupt. Vom Aussterben bedroht, leuchtend orange gefärbt und nur auf einer einzigen Insel vor der Küste Panamas beheimatet – dieser Frosch ist ein Extremfall in jeder Hinsicht.


Kurzbeschreibung

Merkmal Wert
Wissenschaftlicher Name Oophaga pumilio
Trivialname Erdbeerfröschchen „Escudo"
Herkunft Isla Escudo de Veraguas, Panama
Körpergröße Ø 22 mm
Schwierigkeitsgrad Experte
IUCN-Status CR – Vom Aussterben bedroht

Erscheinungsbild

Der Escudo ist leuchtend orange gefärbt – ohne die typischen blauen oder schwarzen Beine, die viele andere pumilio-Morphen zeigen. Die monochromatische, intensive Färbung macht ihn einzigartig in der pumilio-Gruppe. Die Haut ist gleichmäßig orange, bei einigen Individuen mit leichtem Goldton.

Warnfarbe: Die intensive Orangefärbung ist eine klassische Aposematik – in der Natur warnt sie Fressfeinde vor der Giftigkeit. In Terrarienhaltung sind die Tiere ungiftig.


Herkunft & Habitat

Der Escudo ist endemisch auf der Isla Escudo de Veraguas, einer kleinen Insel im Bocas-del-Toro-Archipel in Panama. Das natürliche Habitat ist tropischer Küsten-Regenwald auf einem Gebiet von nur wenigen Quadratkilometern.

Bedrohungsstatus

Der kritisch gefährdete Status (CR) ist auf folgende Faktoren zurückzuführen:

  • Extrem kleines Verbreitungsgebiet (eine einzige Insel)
  • Habitatverlust durch Abholzung und Küstenentwicklung
  • Klimawandel und steigende Meeresspiegel
  • Illegaler Wildtierfang für den Terrarienhandel

Appell: Käufe von Wildtieren dieser Art sind illegal und gefährden das Überleben der letzten Wildpopulationen. Nur Nachzuchten aus seriösen Quellen erwerben.

Natürliche Klimabedingungen

  • Temperatur: 22–26 °C (sehr stabil, geringe Schwankung)
  • Luftfeuchtigkeit: 80–100 % (extrem hohe Anforderungen)
  • Insellage: Hohe Stabilität durch Meeresumgebung

Terrarium-Haltung

Schwierigkeitsgrad: Experte

Diese Art ist nur für erfahrene Dendrobaten-Halter geeignet. Die hohen Ansprüche an Klimastabilität, Ernährung und Sozialhaltung machen sie zu einem anspruchsvollen Pflegling.

Mindestgröße

Für ein Tier oder Pärchen: 60 × 45 × 60 cm (B × T × H). Die vertikale Ausdehnung ist wichtig, da pumilio häufig Bromelien in Baumhöhe bewohnt.

Einrichtung

  • Bodensubstrat: Reiner Kokosmull mit lebenden Moosen, sehr feucht gehalten
  • Bepflanzung: Dichte Bromelien auf verschiedenen Höhen, Pfeilwurzeln, Moosteppiche
  • Verstecke: Enge Bambusröhren, Kokosnuss-Höhlen, verschachtelte Pflanzenbereiche
  • Wasserbereich: Bromelientrichter als Kaulquappen-Habitat (unverzichtbar!)

Klimasteuerung

  • Temperatur: niemals über 26 °C – Hitzestress ist lebensgefährlich
  • Luftfeuchtigkeit: 90–100 % – automatische Besprühung empfohlen
  • Belüftung: Gute Belüftung ohne Zugluft

Ernährung

Oophaga pumilio ist ein Futterspezialist und braucht kleinstes Futter:

  • Fruchtfliegen D. melanogaster (flügellos!) – Hauptnahrung
  • Springschwänze verschiedener Größen – essenziell
  • Grasmilben – sehr wichtig, besonders für Jungtiere
  • Keine größeren Insekten – Maulbreite beachten!

Vitaminisierung: Sehr sorgfältig vitaminisieren. Oophaga neigt schnell zu Vitaminmangel.


Sozialverhalten & Brutpflege

Oophaga pumilio hat ein hochentwickeltes Brutpflegeverhalten:

  1. Das Männchen ruft und lockt das Weibchen
  2. Das Weibchen legt Eier in Bromelienachseln
  3. Das Weibchen ernährt die Kaulquappen mit unbefruchteten Trophieiern
  4. Einzelne Kaulquappen werden in separate Bromelientrichter umgesetzt

Wichtig: Diese Art ist stark territorial und muss einzeln oder als stabiles Pärchen gehalten werden. Gruppen sind problematisch.


Fortpflanzung

Die Aufzucht von Escudo-Kaulquappen ist sehr anspruchsvoll:

  • Gelegegröße: 3–8 Eier, meist in Bromelienachseln
  • Inkubationszeit: 10–14 Tage
  • Trophische Eier: Das Weibchen versorgt die Kaulquappen – künstliche Aufzucht ist möglich, aber aufwändig
  • Metamorphose: 10–14 Wochen nach dem Schlupf

Naturschutz & Verantwortung

Wer einen Oophaga pumilio „Escudo" hält, trägt eine besondere Verantwortung:

  • CITES Anhang II – Dokumentation der Herkunft erforderlich
  • Nachzucht fördern – Jede Nachzucht stärkt die ex-situ-Population
  • Wildtierhandel ablehnen – Keine Tiere aus unklarer Herkunft kaufen
  • Kontakt zu Erhaltungsprojekten – z. B. Amphibian Ark unterstützen

Fazit

Der Oophaga pumilio „Escudo" ist kein Frosch für Ungeduldige oder Einsteiger. Er ist ein Botschafter für eine bedrohte Art und ein Aufruf zur Verantwortung. In den richtigen Händen ist er ein faszinierendes, anspruchsvolles Tier – mit einem Erscheinungsbild, das seinesgleichen sucht.